1.Ich wurde katholisch getauft. Als Christus im Jordan getauft wurde, war er um die dreißig Jahre alt. Bin gläubig, aber wegen der Missbrauchsfälle aus der Kirche ausgetreten.
Folgerung:
Die Säuglingssterblichkeit ist heute nicht mehr so hoch wie in früheren Jahrhunderten. Die Erwachsenentaufe wäre in der heutigen Zeit angemessen. Man könnte sich dann bewußt für das Christentum oder entsprechend für eine andere Religion entscheiden.
2.Hierarchien und Glauben passen nicht zusammen.
Warum nicht?
Die Hierarchien in der Kirche haben dazu geführt, dass die Missbrauchsfälle vertuscht oder verschleppt werden konnten. Die traumatisierten Opfer scheinen die auf in der oberen Hierarchie Verantwortlichen nicht zu interessieren. Täter schützen und teilweise so versetzen, dass sie weiter u.a. sexuellen Missbrauch betreiben konnten.
Die frühen christlichen Gemeinden waren, wenn man die Apostelgeschichte studiert, verstreut, fragmentiert. Da gab es keine Hierarchien.
3.Hierarchien sind die Wurzeln allen Übels.
Warum?
Margaret Mead, Sozialanthropologin, hatte in ihren Feldforschungen in Samoa, und Neu-Guinea (Berg-Arapesh, Munugumor, Tchambuli) kleine Gesellschaften beschrieben. Da gab es keine Hierarchien, keine Machtkämpfe.
Die gibt es nur in großen Gesellschaften, weil man besonders in Diktaturen Macht über andere haben will, auch deren Willen brechen möchte und im Kapitlismus deren das Geld haben will.
Besser als Berthold Brecht es tat, kann man das nicht formulieren:
"Reicher Mann und armer Mann
standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich."
4.Hier einige Anmerkungen zu meinem Theologie-Studium. Mein Dogmatiker, Pater SJ Georg Hoffmann, hatte seine Dogmatik um dem Psalm 139 aufgebaut. Für mich gehört dieser Psalm zum Kern meines Glaubens, auch, weil Pater Hoffmann mich von meinem naiven Glauben ein gutes Stück befreit hatte.
In der Neuen Jerusalemer Bibel (2. Auflage der Sonderausgabe der 11. Auflage) steht: "Herr du hast mich erforscht, und du kennst mich.(1) ... Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz, prüfe mich, und erkenne mein Denken!(23) Sieh her, ob ich auf dem Weg bin, der dich kränkt, und leite mich auf dem altbewährten Weg!(24)
Kernaussage dieses Psalms, wohl aus der Zeit Davids, ist die Allmacht Gottes. Gott kennt den Menschen auf seinem gesamten Lebensweg, auch schon vor der Geburt. Das "du" in dem Psalm weist auf die enge Verbindung zwischen Gott und dem Menschen hin.
In der Ausgabe Erläuterung der Psalmen (Dr. Thalhofer, 1860) lautet die lat. Übersetzung der entsprechenden Stellen: "Du prüfest mich, o Herr, und kennest mich; (1) ... Prüf' mich, o Gott, durchschau' mein Herz, Ausforsche mich und nimm von meinen Wegen Kenntniß, (23) Und siehe ob der Weg der Bosheit in mir ist, Und leit' mich auf dem Pfad der Ewigkeit.(24)
5.Für Pater Hoffmann war weder das leere Grab noch die Jungfräulichkeit Marias Kernstück seines Glaubens. Es war die Tatsache, dass alle 12 Jünger Jesu bewusst den Märtyrertod gestorben sind (Apostelgeschichte).
Das waren nicht alles Verrückte, nein, sie hatten keine anderen Menschen, wie die heutigen Selbstmordattentäter mit in den Tod gerissen. Sie sind für ihren Glauben, für ihre Überzeugung, bewusst in den Tod gegangen, wie u.a. viele Priester unter dem Naziregime.